Schwarzpulverproduktion: Ein explosives und einträgliches Geschäft

Das Bergisch-Märkische Pulvermuseum in der Villa Ohl

Gut 400 Jahre lang ist am Oberlauf der Wupper, die hier noch Wipper heißt, sowie an den Nebenbächen Schwarzpulver produziert worden –ein ebenso explosives wie einträgliches Geschäft. Das Bergisch-Märkische Pulvermuseum zeigt heute diese Geschichte.

Im 18. und 19. Jahrhundert gab es keine Gegend im deutschsprachigen Raum mit einer so hohen Dichte an Pulvermühlenstandorten. Das lag daran, dass hier mehrere verwandtschaftlich verknüpfte Unternehmerfamilien tätig waren, die miteinander konkurrierten, sich aber auch gegenseitig anregten und unterstützten und das Wirtschaftsleben im bergisch-märkischen Grenzgebiet wesentlich bestimmten.

Einige erhaltene Villen zeugen heute noch von ihrem Reichtum. Die prominenteste dieser Villen ist das über zweihundert Jahre alte "Haus Ohl", auch bekannt als "Villa Buchholz".  1913 kehrte Kaiser Wilhelm II. auf seiner Fahrt durchs Bergische Land hier ein. Heute ist hier das Bergisch-Märkische Pulvermuseum untergebracht, das seit 2016 als Projekt des Heimat- und Geschichtsvereins Wipperfürth in Zusammenarbeit mit dem Heimatkunde-AK Rönsahl betrieben wird.

Der Schwerpunkt der Dauerausstellung liegt in der anschaulichen Darstellung der Schwarzpulverherstellung, während Wechselausstellungen verschiedene Themen beleuchten, die mit diesem Kapitel der regionalen Industriegeschichte zusammenhängen. Eine umfangreiche Sammlung mit Dokumenten und Objekten der Firmengeschichte ist im vereinseigenen Archiv innerhalb des Wipperfürther Stadtarchivs untergebracht.
Außenführungen bzw. geführte Wanderungen zu den Ruinen der Fabrikationsstätten gehören zum Angebot.

Das Pulvermuseum ist jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet (letzter Einlass 16 Uhr). Am jeweils ersten Sonntag des Monats wird um 16 Uhr eine Führung zu den Relikten der Pulverindustrie beim Neuenhammer angeboten. Sonderführungen für Kinder, Jugendliche und Familien sind nach Vereinbarung möglich.

Das Pulvermuseum in Wipperfürth-Ohl liegt ganz in der Nähe des Bergischen Panoramaradwegs und lädt zu einem Abstecher von der ehemaligen Bahntrasse aus ein. Auch zum Wandern ist Ohl ein guter Ausgangspunkt. Der Fernwanderweg Bergischer Panoramasteig führt wenige hundert Meter vom Pulvermuseum vorbei und die 12-Kilomter lange Wasserquintett-Tour Nr. 9: Explosives im "Königreich Buchholz" startet am Museum.

Hier finden Sie das Bergisch-Märkische Pulvermuseum:

Villa Ohl

Sauerlandstraße 7
Wipperfürth Ohl
Telefon: 0 22 64-15 67
www.pulvermuseum.info

Das Pulvermuseum auf den Seiten der Rheinischen Museen.

 

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